Dies ist ein Auszug aus unserem 11FREUNDE-Spe­zial Ama­teure“. Alle Ori­gi­nale, Typen und Geschichten aus der Welt des Ama­teur­fuß­balls findet ihr in diesem Heft, das am Kiosk eures Ver­trauens oder direkt im 11FREUNDE-Shop erhält­lich ist.

1. Der Buddy
Der Buddy kennt nur ein ein­ziges Per­so­nal­pro­nomen: Du. Flötet mehr über den Trai­nings­platz, als dass er Anwei­sungen gibt: Du, Rainer, alte Pumpe, der Tunnel kostet aber.“ Hat seine Antennen ansonsten dau­er­haft auf Radio­sender Empa­thie ein­ge­stellt: Du, Markus, klar ver­stehe ich, dass du kom­mendes Wochen­ende nicht mit aus­wärts fahren kannst. Wenn du das Gefühl hast, die Ein­ge­wöh­nung der Katze ist noch nicht abge­schlossen, dann geht das eben vor.“ Hält es ansonsten keine fünf Meter aus, neben einem seiner Spieler zu laufen, ohne ihm den Arm um die Schulter zu schlingen. Ist bei der obli­ga­to­ri­schen Sai­son­ab­schluss­sause auf Mal­lorca als Erster am San­gria-Eimer, als Erster im Man­kini und als Erster im Nie­mands­land von Gut und Böse. Aber Team­geist geht eben über alles. Auch wenn man dafür auch mit knapp 50 noch auf Berufs­ju­gend­li­cher machen muss.

2. Der Tak­tik­fuchs
Hält spiel​ver​la​ge​rung​.de für das beste Buch, das nie gedruckt wurde, und hat ein Schwarz­weiß­por­trät von Pep Guar­diola als Bild­schirm­hin­ter­grund auf seinem Handy. Kein Abend­essen, bei dem Salz- und Pfef­fer­streuer nicht zu inversen Außen und fluiden Wand­spie­lern werden. Glaubt, der dicke Lothar, der immer schon Libero war und immer nur Libero sein wollte, wäre die ideale fal­sche Neun. Weil er Dinge sieht, die andere nicht sehen. Also, der Tak­tik­fuchs. Er hat auch beständig das Gefühl, dass seine Mann­schaft jetzt aber wirk­lich kurz davor steht, sein System zu ver­in­ner­li­chen. Scheiß­egal, ob das ret­tende Ufer am 13. Spieltag schon fünf Punkte ent­fernt ist oder nicht. Alles nur eine Moment­auf­nahme. Wenn seine Jungs erst mal ver­standen haben, was er von ihnen will, läuft es bestimmt von ganz allein. Wie die Konter, die nach kol­lektiv initi­iertem Gegen­pres­sing und mit ordent­lich Packing in höchs­tens fünf Sekunden zum Tor­ab­schluss führen sollen. Dass die Konter tat­säch­lich schon immer nach drei Sekunden zu Ende sind, weil der Ball im Ver­ti­kal­spiel“ nicht sauber in die Schnitt­stelle“ kam und dass die Jungs eigent­lich auch ganz gern mal Ball stoppen“ trai­nieren würden, statt immer nur ohne Ball im Ket­ten­ver­bund zu ver­schieben? Nur eine Momentaufnahme.

3. Der Moti­vator
Glaubt wirk­lich, wirk­lich fest daran, dass jeder Mensch immer alles errei­chen kann. Redet seine Spieler stärker als Axel Schulz einst seine Gegner. Liest in der Kabine Aus­schnitte aus bewe­genden Bio­gra­fien vor. Der Frei­heits­kampf eines hava­rierten Berg­stei­gers am Nanga Parbat ist für ihn die opti­male Parabel auf den aus­sichts­losen Kampf gegen den haus­hohen Favo­riten im Lan­des­pokal. Taucht dank seiner kna­ckigen Sprüche immer mal in der Lokal­presse auf. Mar­ken­zei­chen: Der fal­sche Gebrauch von Fremd­wör­tern. Aber macht nichts, denkt er sich dann. Alles eine Frage der Altitude.