Pyro­technik, Kra­walle oder Was­ser­fla­schen vom fal­schen Sponsor – bei den Gründen für Straf­zah­lungen ist die UEFA nor­ma­ler­weise nicht wäh­le­risch. Zwar ist der Ver­band in Sachen Ras­sismus nicht gerade für eine Zero-Tolerance“-Politik bekannt, bemüht sich jedoch nach zuneh­mender Kritik um ein neues Image. 

Das bekamen zuletzt die Fans der Glasgow Ran­gers zu spüren, die im ersten Europa-League-Grup­pen­spiel 3000 Sitz­plätze für ein #Equal­Game-Banner im eigenen Sta­dion frei­ma­chen mussten. Auf­ge­fallen sind die Fans zuvor jedoch nicht durch Bana­nen­würfe oder Affen­laute, son­dern durch einen Schmäh­ge­sang auf den ver­stor­benen pol­ni­schen Papst Johannes Paul II. – nicht unbe­dingt das klas­si­sche Feind­bild der Kurven. Wie kam es dazu?

Katho­liken gegen Protestanten 

Die Stadt Glasgow ist tra­di­tio­nell gespalten, das Old Firm gilt als eines der größten Derbys der Welt. Das liegt zum einen an der langen sport­li­chen His­torie, zum anderen an der reli­giösen Bri­sanz der Duelle. Sind die Celtic-Anhänger über­wie­gend iri­scher Abstam­mung und tra­di­tio­nelle Katho­liken, so gilt Glasgow Ran­gers als Klub der Pro­tes­tanten. Nicht nur beim Stadt­derby kommt es regel­mäßig zu reli­giösen Pro­vo­ka­tionen und Schmäh­ge­sängen auf beiden Seiten.

Den vor­läu­figen Höhe­punkt erreichte das bei den Playoff-Spielen der Ran­gers gegen Legia War­schau: Im Hin­spiel im christ­lich geprägten War­schau fielen Ran­gers-Fans durch Gesänge gegen die katho­li­sche Kirche auf, im Rück­spiel im Ibrox-Sta­dion prä­sen­tierten die Legia-Fans wie­derum als Reak­tion kur­zer­hand eine Choreo mit dem Kon­terfei des ehe­ma­ligen pol­ni­schen Papstes Johannes Paul II.