Markus Kay, abrieb­festes Fluor­carbon als Haupt­schnur beim Spinn­fi­schen: Sinn oder Unsinn?
Ich weiß leider nicht einmal, wie das buch­sta­biert wird. Also: Völ­liger Unsinn.

Spielt denn die Köder­größe beim Angeln auf Zander für Sie eine wich­tige Rolle?
Ich könnte Ihnen zwar etwas zur Kader­größe erzählen, aber ich habe von Angeln gar keine Ahnung. Als Trainer bräuchte ich höchs­tens bald ein paar grö­ßere Köder, um einen neuen Verein zu finden.

Am Wochen­ende saßen Sie beim Ober­li­ga­spiel des TV Jahn Hies­feld gegen den TSV Meer­busch im Ang­le­routfit auf dem Trai­ner­stuhl – wir dachten eigent­lich, Sie wären pas­sio­nierter Petri­jünger.
Ganz und gar nicht. Es war meine Ant­wort auf eine öffent­liche Schelte unseres Prä­si­denten Diet­rich Hülsemann.

Was war pas­siert?
Nach einer 1:2‑Niederlage Mitte Mai gegen den SC Vel­bert hatte Herr Hül­se­mann mir und dem Team­ma­nager Thomas Drot­boom eine WhatsApp-Nach­richt geschrieben, dass wir in der kom­menden Saison – und ent­gegen der Absprache – keine Ver­träge erhalten werden. Wir waren durch die Nie­der­lage rech­ne­risch abge­stiegen, ich war aber davon aus­ge­gangen, auch in der Lan­des­liga wei­ter­zu­ma­chen und dem­entspre­chend waren die Pla­nungen weit vor­an­ge­schritten. Ich finde, so eine Reak­tion ist im höchsten Maße respektlos.

Das erklärt aber noch nicht das Ang­le­routfit.
Nun ja, Herr Hül­se­mann wurde am kom­menden Tag auch in der Lokal­presse zitiert: Da war kein Ein­satz, kein System, gar nichts. So kann man nicht wei­ter­ma­chen. Ich habe hinter dem Tor gestanden und die Bälle geholt, die ins Aus gingen. Dabei saßen fünf Spieler auf der Bank. Von denen hat sich keiner gerührt. Und unsere Trainer sitzen regungslos auf ihren Cam­ping­stühlen. Ich wollte denen schon eine Angel in die Hand drücken.“

Aha!
Ganz genau. Inner­halb der Mann­schaft wurde über seine Aus­füh­rungen ungläubig gelacht. Das kann ja nie­mand ernst nehmen, nach dem 2:1 gegen Kleve vor einigen Wochen ist er uns noch sie­ges­trunken um den Hals gefallen.

Wer kam denn auf die Idee mit der Angel?
Das war mein Schwie­ger­vater. Ich hatte ihm von all dem Stress inner­halb des Ver­eins erzählt und als er von dem Zitat unseres Prä­si­denten hörte, stand er auf und kam kurz darauf mit seiner alten Angel wieder.

Auf den Bil­dern sieht es so aus, als hätten Sie das Spiel in aller See­len­ruhe ver­folgt.
Es war das letzte Spiel und somit war nicht mehr viel Span­nung drin. Ich wollte an der Sei­ten­linie auch nicht schau­spie­lern. Und sowieso: Nach der ersten Halb­zeit habe ich die Kla­motten wieder beiseitegelegt.

War es Ihnen doch zu pein­lich?
Nein, aber unser Kapitän Kevin Cor­vers hatte sein letztes Spiel für den Verein, und bei seiner Aus­wechs­lung wollte ich nicht mehr mit dem Kostüm an der Sei­ten­linie stehen. Das hat ja auch etwas mit Respekt zu tun. Und das Zei­chen des stillen Pro­tests war längst gesetzt. Sowieso hatte ich vor dem Spiel beide Mann­schaften gefragt, ob der Aufzug für sie in Ord­nung wäre. Ich wollte auf keinen Fall, dass sich jemand bloß­ge­stellt fühlt.

Also wusste Ihre Mann­schaft schon vorab Bescheid.
Ja. Aber wenn ich daran denke, wie ungläubig meine Spieler in der ersten Vier­tel­stunde immer wieder zur Trai­ner­bank geschaut haben, glaube ich, dass doch nie­mand ernst­haft damit gerechnet hatte.

Und nach dem Spiel ging es zum Aal-Fangen an den See?
(lacht.) Nein nein, wir hatten noch unseren Abschluss­abend mit der Mann­schaft. Waren zusammen essen, haben das Cham­pions-League-Finale ver­folgt – war auch nicht schlecht.

Zum Abschluss noch die Frage: Waren Sie je Fan von Klaus Fischer?
Ich bin zwar Dort­munder. Aber der Fischer, ja natür­lich, mit dem ich groß geworden. Der hat mich inspiriert.