Herr Del­ling, vor zwei Wochen die letzte Sams­tags-Sport­schau, heute das letzte DFB-Pokal­fi­nale, das Sie für die ARD mode­rieren. Wovon fällt es schwerer Abschied zu nehmen?

Das tut sich nicht viel um. Ich habe über 30 Jahre lang die Sport­schau mode­riert, was sehr viel Spaß gemacht hat. Beim Pokal­fi­nale habe ich immer das Live-Erlebnis geliebt. Da wird schon ein biss­chen Wehmut mitschwingen.

Bei wie vielen DFB-Pokal­spielen waren Sie dabei?

Ich denke, es werden so an die 20 gewesen sein. Aber genau kann ich das nicht sagen.

Gibt es End­spiele, die Ihnen beson­ders gut Erin­ne­rung geblieben sind?

Zum Bei­spiel das Finale 1992, als Han­nover 96 als krasser Außen­seiter Borussia Mön­chen­glad­bach besiegt hat. Das war ein beson­derer Moment. Oder 1999 der Sieg von Werder Bremen gegen den FC Bayern, die damals mit Mat­thäus, Effen­berg und anderen Stars eine Über­mann­schaft hatten. Werder war von den Namen her absolut chan­cenlos. Aber am Ende reckte Werder-Kapitän Dieter Eilts den Pokal in die Höhe.

Es wird immer wieder von der Stim­mung beim DFB-Pokal­fi­nale geschwärmt. Was ist aus Ihrer Sicht das Beson­dere daran?

Das fängt schon an, wenn man am Tag des Finales nach Berlin kommt. Da spürt man diese ganz beson­dere Atmo­sphäre, weil die Stadt in die Ver­eins­farben gehüllt ist. In der Regel gibt es keine Aus­schrei­tungen, keine Aggres­sionen. Es herrscht eine schöne Begeis­te­rung, die nach vorne gerichtet ist. Es fühlt sich immer an wie ein fei­er­li­cher Festtag, mit dem Olym­pia­sta­dion als toller Rahmen – obwohl es ja keine reine Fuß­ball­arena ist, womit Hertha BSC hadert. Aber wenn das Olym­pia­sta­dion bis auf den letzten Platz gefüllt ist und diese beson­dere Stim­mung auf den Rängen herrscht, wird es zu einer wirk­lich auf­re­genden Location.

Was hat sich am Pokal­fi­nale geändert?

Am Spiel nicht viel, dafür aber drum herum um so mehr. Der Unter­hal­tungs­as­pekt spielt eine immer wich­ti­gere Rolle. Das ist Geschmacks­sache. Ich muss das nicht haben.

Da sind Sie mit Ihrem Unbe­hagen nicht alleine. Wir erin­nern uns an das Pfeif­kon­zert beim Pau­sen­auf­tritt von Helene Fischer wäh­rend des Pokal­fi­nales 2017.

Ich mag Liveacts, Musik – aber der Sport hat das gar nicht nötig, weil er die Unter­hal­tung und Span­nung in sich trägt.

Trotzdem, der Fuß­ball wird mehr und mehr zur Unterhaltungsware.

Das stimmt sicher in vielen Berei­chen. Ran­d­as­pekte rücken immer mehr in den Vor­der­grund – auch in der Bericht­erstat­tung. Ehr­li­cher­weise muss man sagen, dass wir damit ange­fangen haben.