Franck Ribéry belei­digt also im Internet sport­lich drauf los. Weil er vorab selbst belei­digt wurde, oder zumin­dest belei­digt war. In seinem Wesen, das ja bekannt­lich von Stolz geprägt ist, weil es Franck Ribéry nicht immer leicht hatte im Leben. Der Auto­un­fall im Alter von zwei Jahren, von dem die Narben im Gesicht für ewig erzählen werden. Der Aus­schluss aus dem Internat des OSC Lille, weil ihm ein ärzt­li­ches Attest eine kör­per­lich retar­dierte Ent­wick­lung beschei­nigte. Die anschlie­ßende Zeit als Bauarbeiter.

Aber dann ja eben doch der Auf­stieg zum Fan-Lieb­ling, Super­star und Mil­lionär. Und immer lie­fert er weiter fröh­lich Geschichten. Streiche in der Bayern-Kabine, oder wie immer man das nennt, wenn man Zahn­pasta so plat­ziert, dass Mit­spieler sie als­bald überall am Körper haben, nur eben nicht an den Zähnen. Muhaha und LOL. Sei­ten­sprünge, Watschn für Gegen- und Mit­spieler, ebenso wie für Reporter, die Ribéry kri­ti­sche Frage stellen. Und Geschichten wie jene vom Mit­ar­beiter des FC Bayern, der ihm den Müll ent­sorgt, weil er selbst es nicht so richtig hin­be­komme. 

Wütende Neider

Und dar­über schmun­zelt man dann oder wird ganz traurig. Viel­leicht wird man auch wütend dar­über, weil da jemand nichts anderes im Leben hatte als Fuß­ball, und dass das zwar im Fall von Ribéry gut aus­ge­gangen sei, doch dafür gibt es wohl Hun­dert­tau­sende, die es eben nicht geschafft haben. Und wie­viele von denen jetzt wohl gelbe Westen tragen und auf den Straßen Frank­reichs wüten?

Viel­leicht aber sind es auch genau jene, die es Ribéry nicht gönnen, wenn er sich in einem Restau­rant in Dubai ein Steak mit Blatt­gold-Überzug ser­vieren lässt, Lis­ten­preis: 1.200 Euro. Und die dann wüten, wenn Ribéry, der so stolz darauf ist, dass er ein Steak mit Blatt­gold-Überzug ser­viert bekommt (frei Haus auch noch, weil er ja der Ribéry ist, der Super­star, aber das wissen die Neider zu diesem Zeit­punkt nicht, es würde sie ver­mut­lich auch noch wütender machen), diesen Vor­gang auf seinem Insta­gram-Account mit der Welt teilt. Aber wer auch immer die Neider sind, wir haben ihnen zu danken.

Gnade vor Recht“?

Denn auf der einen Seiten steht da ein Lei­er­kasten in der Ecke fast jeder Bericht­erstat­tung über den Zustand des Fuß­balls so ganz all­ge­mein. Er spielt ein Lied und das immer wieder: Es gibt keine Typen mehr!“ Das tut er übri­gens schon immer, das ist so seine Art. Diesen omi­nösen Typen, sie fehlten eh und je. Was merk­würdig ist, weil früher gab es sie angeb­lich doch noch, das kann man dann immer alle sagen hören, die dabei waren. Nur wenn man dann zurück schaut, also ins Früher, als es noch Typen gegeben haben soll, da findet man es dann also wieder, das alte Lied dar­über, dass sie nicht mehr gibt.

Auf der anderen Seite steht die Empö­rung. Der Kicker“ etwa schreibt: 

Seine Wort­wahl ist eine Schande. Und darf diesmal nicht mit zwei zuge­drückten Augen durch­ge­wunken werden. Nachdem die Bayern-Bosse in der Ver­gan­gen­heit häufig und jüngst im November, als Ribéry einen fran­zö­si­schen Jour­na­listen atta­ckiert hatte, noch Gnade vor Recht ergehen ließen, muss das öffent­liche Fehl­ver­halten diesmal Kon­se­quenzen haben. Denn so schadet der für viele Späße offene und auf dem Platz nach wie vor ehr­gei­zige Flü­gel­spieler dem Verein mehr als er ihm hilft.“