Als das Debüt von Tomasz Kacz­marek an der Sei­ten­linie von For­tuna Köln vor etwas mehr als einer Woche mit einer 0:7- Nie­der­lage gegen den SV Wehen Wies­baden zu Ende ging, musste ich kurz schlu­cken und dachte: Bit­tere Nummer! Dass seine Mann­schaft einen Spieltag später gegen Unter­ha­ching mit 0:6 unter­geht, bringt mich aller­dings so richtig ins Grü­beln. Wie kann es sein, dass eine Ver­än­de­rung auf der Trai­ner­po­si­tion so einen krassen Leis­tungs­ab­fall bewirkt?

Abschied von Uwe Koschinat nicht ver­kraftet

Natür­lich war mir klar, dass Mr. For­tuna nach sieben Jahren als Trainer der Süd­städter eine rie­sige Lücke hin­ter­lassen würde. Er war der Sta­bi­li­sator, hatte das Team im Griff und stand mit seinem stim­migen Rea­li­täts­sinn für Ruhe und Kon­ti­nuität. Mir war die Bedeu­tung seiner Person für die Ent­wick­lung der letzten Jahre immer bewusst. Trotzdem habe ich nicht damit gerechnet, dass die Mann­schaft ohne Uwe Koschinat der­maßen aus­ein­an­der­fällt. Sein Weg­gang in die 2. Liga ist in meinen Augen auch keine Ent­schul­di­gung für die Leis­tung in den letzten beiden Spielen. 

Neuer Trainer im Stich gelassen

Noch nie ist ein Trainer im deut­schen Pro­fi­fuß­ball schlechter gestartet als Tomasz Kacz­marek. Diese beiden Rekord­pleiten sind untrennbar mit seinem Namen ver­bunden. Und trotzdem fällt es mir schwer, die Schuld einzig und allein bei ihm zu suchen. Kacz­ma­reks Füh­rungs­stil ist der kom­plette Gegen­ent­wurf zu dem seines Vor­gän­gers. Natür­lich ist eine solche Ver­än­de­rung zunächst gewöh­nungs­be­dürftig. Aber gehört es nicht auch zur pro­fes­sio­nellen Ein­stel­lung eines Spie­lers, sich auf neue Situa­tionen ein­zu­stellen? In meinen Augen steht die Mann­schaft jetzt in der Pflicht, Ver­ant­wor­tung zu über­nehmen – vor allem für sich selbst, aber auch für Tho­masz Kacz­marek.

Die Län­der­spiel­pause kommt für For­tuna Köln genau zur rich­tigen Zeit. Team und Trainer müssen sich finden, die offen­sicht­li­chen Miss­ver­ständ­nisse scho­nungslos auf­ar­beiten und aus dem Weg räumen. Sonst waren 13 Gegen­tore in zwei Spielen erst der Anfang.