1.

Die offen­sicht­lichste Tat­sache zuerst: Län­der­spiel­pausen sind lang­weilig. Jetzt mal ehr­lich. Diese Nations League inter­es­siert doch nie­manden, außer viel­leicht, wenn die Natio­nal­mann­schaft in die Krise schlit­tert oder wegen sol­cher Kra­cher wie Färöer gegen Aser­bai­dschan (End­stand von Don­nerstag: null zu drei!). Die Mann­schaft“ ver­liert an Ansehen, was auch daran liegen kann, dass das Bran­ding fort­be­steht, und über­haupt bieten Län­der­spiele unge­fähr so viel Span­nung wie der Plot eines unter­durch­schnitt­li­chen Pornos. Somit bleibt nach jedem bun­des­li­gafreien Wochen­ende nur ein Fazit: Gähn. Sky-Go-Kunden kennen das.

2.

Wäh­rend Fans die Län­der­spiel­pause hassen, sollten Trainer sie sogar fürchten, zumin­dest wenn es für sie gerade nicht so läuft. Viele Klubs ver­folgten in der Ver­gan­gen­heit die Stra­tegie, die Übungs­leiter vor spiel­freien Wochen­enden aus­zu­tau­schen, um dem Neuen mehr Zeit zur Ein­ge­wöh­nung zu geben. Zuletzt traf es Tayfun Korkut, dessen Nach­folger Markus Wein­zierl jetzt zwei Wochen Vor­be­rei­tungs­zeit hat. Andre Brei­ten­reiter wurde bei Han­nover 96 eben­falls vor einer Pause instal­liert und nicht zuletzt bellte auch Cando wäh­rend einer Län­der­spiel­pause im Oktober 2017 schicksalsschwer.

3.

Aller guten Dinge sind drei: Fans und Trainer sind wenig begeis­tert von der Län­der­spiel­pause – und jetzt auch noch Uli Honeneß! Drei Unter­bre­chungen alleine in der Hin­runde bezeich­nete der Bayern-Prä­si­dent im Kicker als Wahn­sinn“, es sei drin­gend not­wendig, dass die Bun­des­liga nicht ständig durch diese Pausen in ihrem Rhythmus unter­bro­chen wird.“ Über seine Gesichts­farbe wäh­rend dieser Aus­sage ist nichts über­lie­fert, auf einer Skala von eins bis Jupp Heynckes kann jedoch ein unge­sundes Purpur ange­nommen werden.

4.

Lever­ku­sens Sport­di­rektor Rudi Völler ist zwar eben­falls nicht begeis­tert, sieht aller­dings ein haus­ge­machtes Pro­blem: Die Bun­des­liga sei zu spät in die Saison gestartet, zwei Wochen früher und man hätte sich den Stress gespart. So sei aber die Kon­se­quenz: Obwohl wir nur 18 Ver­eine haben, haben wir eng­li­sche Wochen. Unter der Woche kommen weniger Zuschauer und es ist eine wei­tere Belas­tung.“ Gut beob­achtet. Aber der Effekt auf den Lever­ku­sener Zuschau­er­schnitt von knapp 28.000 sollte nochmal durch­ge­rechnet werden.

5.

Über die Ursache der aktu­ellen Län­der­spiel­pause, die Nations League, sind sich die Bun­des­li­ga­bosse hin­gegen uneinig. Hoeneß ist sie lieber als Freund­schafts­spiele, Chris­tian Heidel hält sie für keinen Gefallen“. Aki Watzke ist sogar mit sich selbst uneinig. In seiner Rolle als Ver­eins­ver­treter wün­sche er sich kleine Gegner, als Fan wünschst du dir Frank­reich, Hol­land, oder Eng­land.“ Fast, Herr Watzke; Wir wün­schen uns Bundesliga.