Neu­lich tauchte auf You­tube ein son­der­bares Video auf, in dem Schwe­dens Stürmer Marcus Berg einen Rund­gang durch seine eigene Woh­nung in Göte­borg macht. Wobei, eigent­lich sieht man nur seinen Kopf auf dem Bild­schirm eines Tablet­com­pu­ters, der wie­derum auf einem fern­ge­steu­erten Segway befes­tigt ist. Als würde der Roboter aus Nummer 5 lebt“ Gast in der legen­dären MTV-Show Cribs“ sein. 

Unter­mieter gesucht

Das Kleinod ist bei You­tube bis­lang kom­plett unter­ge­gangen – 344 Klicks, ein Kom­mentar, zwei Likes –, dabei sagt Berg so schöne Sätze wie: Now we are in the bedroom, where the magic hap­pens.“ Und warum das alles? 

Zwi­schen Flur und Ess­be­reich erklärt Berg, dass er wäh­rend der WM-Zeit einen Zwi­schen­nutzer für seine 89 Qua­drat­meter große Woh­nung suche. Der Aus­er­wählte muss nicht mal Miete zahlen, er soll nur auf Bergs Zuhause auf­passen. Der Clip ent­stand zwar in Koope­ra­tion mit einer Immo­bi­li­en­firma, trotzdem scheint es, als habe Marcus Berg seine Leich­tig­keit und seinen Humor wie­der­ge­funden. Und das ist doch schon was. Schließ­lich stand er vier Jahre beim HSV unter Vertrag.

Zwi­schen Makaay und Suarez

Vor zehn Jahren war Berg das größte Ver­spre­chen des schwe­di­schen Fuß­balls. Im Februar 2008 debü­tierte er für die Alls­venskan, ein Jahr später, bei der U21-EM 2009, schoss er sieben Tore in vier Spielen und wurde zum besten Spieler des Tur­niers gewählt. Auch bei seinem Klub FC Gro­ningen lief es. In der Ere­di­vise traf er er 2008/09 häu­figer als Rot­ter­dams Roy Makaay, in der Tor­jä­ger­liste standen nur Luis Suarez und Mounir El Ham­daoui vor ihm. Und dann klopfte der Ham­burger SV an. 

In Ham­burg glaubten sie, mit dem 22-Jäh­rigen bald wieder in Cham­pions League ein­zu­ziehen – und diese ver­mut­lich auch zu gewinnen. Nach einem Jahr und vier mageren Toren rech­nete die Bild“ vor, dass jeder seiner Treffer den Klub unglaub­liche 2,5 Mil­lionen Euro“ gekostet habe. Die Fuß­note, dass er meist nur auf der Bank saß, inter­es­sierte da schon nie­manden mehr. Berg galt als der teu­erste Fehl­ein­kauf in der Geschichte des HSV. Als ein intro­ver­tierter Spieler, der für die harte Bun­des­liga einen viel zu wischi­wa­schi­haften Fuß­ball spielte.