Am zwölften Spieltag war die Welt im Emi­rates Sta­dium noch in Ord­nung. Der FC Arsenal hatte sich gerade im Haupt­stadt­derby mit 2:0 gegen die Tot­tenham Hot­spur durch­ge­setzt. Tabel­len­rang Sechs, vier Punkte Abstand auf Platz zwei. Alles noch drin. Fünf Tage später, am 23. November 2017, reisten die Lon­doner zum Rück­spiel in der Europa-League-Grup­pen­phase nach Köln. End­stand: 1:0 für die Geißböcke.

Für die Mann­schaft von Arsene Wenger liefen damals große Namen wie Ainsley Maitland-Niles, Rob Hol­ding und Edward Nketiah im Rhein-Energie-Sta­dion auf. Ohne Ein­satz auf der Bank: Matt Macey, Joe Wil­lock, Chuba Akpom und Ben Sheaf. Volle Kapelle klingt anders.

Sieben Spiele – 13 Punkte

Vier Monate später sind die Gun­ners immer noch Sechster, doch der Abstand zu den Cham­pions-League-Plätzen beträgt satte 13 Punkte. Dass Wenger & Co. die noch auf­holen ist rech­ne­risch mög­lich. Mehr aller­dings nicht.

Plötz­lich muss Arsenal die Auf­gabe Europa League ernst nehmen. Denn ohne Cham­pions-League-Qua­li­fi­ka­tion könnte für Wenger, wenn er denn noch im Amt ist, ein bit­terer Trans­fer­sommer bevor­stehen. Es wäre nicht der Erste: 2013 Luis Suarez, 2017 Thomas Lemar. Der Ruf aus London lockt nicht mehr. Wenigs­tens nicht die ganz Großen.

Vom Fina­listen zur Lach­nummer

Lange Zeit gehörte die Königs­klasse zum Selbst­ver­ständnis des FC Arsenal. 20 Jahre in Folge führte Arsene Wenger sein Team in die Top Vier. Das ist so beein­dru­ckend wie es sich liest, kaschiert aller­dings einen schlei­chenden Ver­fall, der an Spie­lern, Fans und Trainer glei­cher­maßen zehrt. Anhänger schreien auf You­Tube ihren Frust ins Mikrofon. Die tech­nisch hoch­ver­an­lagte Mann­schaft bleibt in großen Spielen chro­nisch blass. Wenger für viele nur noch ein Run­ning Gag, der zuver­lässig neues Mate­rial lie­fert.

Der Fina­list von 2006, inzwi­schen sieben Mal hin­ter­ein­ander im Ach­tel­fi­nale aus­ge­schieden, ist zu einer Lach­nummer ver­kommen, die in der Runde der letzten 16 zuletzt gegen den FC Bayern ein unwür­diges Katz-und-Maus-Spiel über sich ergehen lassen musste. 10:2 Tore nach Hin- und Rück­spiel. Totale Demütigung.