Die Deutsch­land-Karte lässt sich auf viele Weisen teilen. Die alten und die neuen Bun­des­länder, Urlaub am Meer oder in den Bergen, oder auch: der Aldi-Äquator. Dieser beginnt knapp west­lich von Essen, schneidet Hessen in zwei Teile und endet zwi­schen Plauen und Hof an der tsche­chi­schen Grenze. Süd­lich dieser unsicht­baren Demar­ka­ti­ons­linie gehen die Leute zu Aldi Süd, in den übrigen Regionen der Repu­blik müssen sie mit dem Nord-Pen­dant vor­lieb nehmen.

Gerüchten zufolge könnte damit bald Schluss sein. Aldi Nord und Süd wollen dem­nach zu Aldi Deutsch­land fusio­nieren. Der Legende nach ist ein Streit über Ziga­retten schuld an der ursprüng­li­chen Auf­tei­lung. Theo Albrecht wollte diese ins Sor­ti­ment des Dis­coun­ters auf­nehmen, sein Bruder Karl war strikt dagegen, und so ent­schied man sich, getrennte Wege zu gehen. Bis jetzt.

Däm­liche Aktion

Streit wegen Aldi? Das kennen die Fans von Bayern Mün­chen und Bes­iktas Istanbul zur Genüge. Denn das heu­tige Cham­pions-League-Ach­tel­fi­nale zwi­schen Bayern und Bes­iktas hat eine 20 Jahre alte Vor­ge­schichte. Damals, im Herbst 1997, trafen die Teams schon einmal in der Grup­pen­hase des Wett­be­werbs auf­ein­ander. Sport­lich eine klare Sache: 2:0 siegten die Münchner in Hin- und Rückspiel.

In Erin­ne­rung blieb das Spiel aller­dings vor allem auf­grund einer Aktion in der Süd­kurve des Olym­pia­sta­dions, in der sich sei­ner­zeit der harte Kern der rot-weißen Anhän­ger­schaft ein­fand. So wie die Geschichte erzählt wird, kam eine Gruppe Jugend­li­cher am Tag der ersten Begeg­nung auf die Idee eine reich­lich däm­liche Spontan-Cho­reo­gra­phie anzu­zet­teln. Für 50 Mark, wie der Club Nr. 12“, die Dach­or­ga­ni­sa­tion der FCB-Fans, kürz­lich bekannt­machte, kauften die Anhänger einen Karton Aldi-Tüten und ver­teilten diese im Fan­block. Zusammen mit dem Spruch­band Aldi grüßt Kunden“ ergab das ein unschönes Bild, das mehr als offen­sicht­lich mit dem Res­sen­ti­ment gegen­über ver­meint­lich armen Türken spielte.