Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bun­des­li­ga­spieler vor, der nicht immer im Ram­pen­licht steht und trotzdem eine ent­schei­dende Rolle für seine Mann­schaft spielt. Ob wir damit tat­säch­lich Recht behalten, seht ihr sams­tags ab 15 Uhr in unserer großen Bun­des­liga-Kon­fe­renz auf www​.kon​fe​renz​.11freunde​.de.

Für alle HSV-Fans war der 11. Spieltag so etwas wie eine Erlö­sung. Nach einem gelun­genen Start in die Spiel­zeit mit der tem­po­rären Tabel­len­füh­rung war es für die Ham­burger erstmal wieder dorthin gegangen, wo sie auch den Groß­teil der letzten Jahre ver­bracht hatten: in der Abstiegs­zone. Oder genauer: auf dem Relegationsplatz.

Nach dem 3:1‑Sieg über den VfB Stutt­gart gelang end­lich der Sprung nach oben, weg vom ver­hassten Platz 16. Ver­ant­wort­lich für das zarte Auf­schwungs-Pflänz­chen? Die Ver­jün­gungskur, die Trainer Markus Gisdol seiner Mann­schaft verpasste.

Medial wurde die vor allem an der Person des 17-jäh­rigen Jann-Fiete Arp, Sturm-Juwel und HSV-Eigen­ge­wächs, fest­ge­macht, der an der Elbe schon als neuer Uwe Seeler gefeiert wird. Um ihn soll es hier aber nicht gehen, das aller­meiste zu Uns Fiete“ wurde schon gesagt. Doch im Schatten des neuen Stars hat sich ein anderer still und leise ins Ram­pen­licht gespielt: Tatsuya Ito, 20 Jahre alt, Japaner. Riesentalent.

Ein langer Weg

Einen Spieltag bevor Arp im Nord­derby gegen Werder eine Minute vor Schluss kam und direkt zum Ham­burger Hei­land gehyped wurde, fei­erte Ito bereits beim 0:3 gegen Lever­kusen sein Debüt. Gegen Bremen stand er dann in der Startelf. Das vor­läu­fige High­light am Ende eines langen Wegs. Für Ito per­sön­lich – und für den ganzen Ham­burger Sportverein.

In beschei­denen Ver­hält­nissen in Tokio auf­ge­wachsen fängt Ito bei Kashiwa Reysol an Fuß­ball zu spielen. Wäh­rend eines Jugend­tur­niers in den Ver­ei­nigten Ara­bi­schen Emi­raten macht er auf sich auf­merksam. Man­chester City und Inter Mai­land haben Inter­esse, doch der HSV ist am hart­nä­ckigsten. Sven Marr und Dieter Gudel, ver­ant­wort­lich für das Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum und den HSV-Campus, fliegen per­sön­lich nach Japan, um Ito und seine Familie zu treffen.

Mit Erfolg: Im Sommer 2015 wech­selt der damals 18-jäh­rige in die A‑Jugend der Ham­burger. Und ver­letzt sich erstmal schwer. Nur sechs Spiele macht er in seiner ersten Saison. Im Jahr darauf läuft es beim HSV II schon deut­lich besser, Ito kommt auf 20 Ein­sätze, macht ein Tor. In der Vor­be­rei­tung auf diese Saison spielt ihm das typi­sche Ham­burger Ver­let­zungs­pech in die Karten, wodurch er häufig mit den Profis trainiert.