CAS bestä­tigt: Bayers Cal­ha­noglu für vier Monate gesperrt.“ Diese Mel­dung rauschte am Don­ners­tag­abend urplötz­lich rein. Obschon urplötz­lich“ der fal­sche Begriff für ein Urteil ist, dessen Straf­tat­be­stand mitt­ler­weile sechs Jahre zurück­liegt und deren Ver­hand­lungen wei­tere zwölf Monate brodelten.

Die Fuß­ball­welt ist ein schnell­le­biges Geschäft. Gerichts­mühlen mahlen hin­gegen langsam.

Im Alter von 17 Jahren hatte der talen­tierte A‑Juniorenspieler Hakan Cal­ha­noglu einen Vor­ver­trag beim tür­ki­schen Erst­li­gisten Trab­zon­spor unter­schrieben, den er nach dem Durch­bruch beim Karls­ruher SC jedoch rück­wir­kend revi­dierte und statt­dessen zum Ham­burger SV wechselte*.

Keine Beru­fung möglich 

Der inter­na­tio­nale Sport­ge­richtshof CAS wer­tete das Ver­halten des Spie­lers als Ver­trags­bruch gegen­über Trab­zon­spor. Und ent­schied, dass Cal­ha­no­glus Saison vor­zeitig beendet ist. Die Sperre gilt für alle Pflicht­spiele und steht nicht zur Beru­fung. Bayer Lever­kusen ver­liert damit unwie­der­bring­lich einen maß­geb­li­chen Spieler eine Woche vor Beginn der Champions-League‑K.O.-Phase.

Wir bedauern natür­lich diese für uns in keiner Weise nach­voll­zieh­bare Ent­schei­dung. Sie ist ein schwerer Schlag für Hakan, aber auch für uns. Obwohl Bayer 04 Lever­kusen nichts mit den Vor­gängen im Jahr 2011 zu tun hat, werden auch wir schwer bestraft“, erklärte Rudi Völler. Und hat damit auf den ersten Blick recht.

Die Causa Hamburg

Dass Lever­kusen für das Ver­trags­ge­bahren eines Spie­lers bestraft wird, der zu diesem Zeit­punkt min­der­jährig war und gar nicht beim Verein spielte, ist unfair.

Fans des Ham­burger SV dürften sich jedoch noch daran erin­nern, wie Leis­tungs­träger Cal­ha­noglu im Winter 2014 erst seine Ver­bun­den­heit zum Verein inklu­sive Ver­trags­ver­län­ge­rung ver­kün­dete, kurz darauf öffent­lich seinen Wech­sel­wunsch bekannt gab und den Verein mit einem ärzt­li­chen Attest auf­grund men­taler Pro­bleme“ unter Druck setzte.

Kein Cha­rak­ter­test in Leverkusen

Lever­kusen hielt an einer Ver­pflich­tung fest und inter­es­sierte sich auch nicht für seine Vor­ge­schichte aus Karls­ruhe. Statt­dessen hob der Verein durch einen neuen Medi­zin­test sogar seine bestehende Krank­schrei­bung bis zum 31. Juli auf und pro­fi­tierte anschlie­ßend und sofort vom Fuß­baller Calhanoglu.

Die Sperre könnte nun die späte Rech­nung für den Verein sein, sich auf den cha­rak­ter­lich frag­wür­digen Spieler ein­ge­lassen zu haben.

*Der HSV ver­lieh Cal­ha­noglu wie­derum für ein Jahr an den Karls­ruher SC zurück.