Veröf­fent­lichte Ver­sion:
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Zudem wurde bei der Kon­fe­renz in Mainz über das Vor­gehen bei Gewalt rund um Fuß­ball­spiele beraten: Die Polizei soll bei Hoch­ri­si­ko­spielen künftig fle­xi­bler reagieren können, um Gewalt zu ver­hin­dern. Dafür setzen sich die Innen­mi­nister gemeinsam ein.

Die Hand­lungs­op­tionen der Polizei bei Hoch­ri­si­ko­spielen der ersten drei Fuß­ball­ligen sollen gestärkt werden. Dazu gehört vor allem die Redu­zie­rung der Gäs­te­karten. NRW-Innen­mi­nister und Spre­cher der SPD-geführten Länder, Ralf Jäger, erklärte: Damit können wir bei Hoch­ri­si­ko­spielen die Sicher­heit ver­bes­sern. Dar­über werden wir schnellst­mög­lich mit den Ver­einen und dem Deut­schen Fuß­ball­bund spre­chen.“ Zudem könne die Zahl der Karten für Gäs­te­fans ein­ge­schränkt werden, um so bei­spiels­weise eine Puf­fer­zone zwi­schen riva­li­sie­renden Fans in den Sta­dien ein­zu­richten.

Bisher unver­öf­fent­lichter Nach­satz:

Im wei­teren Ver­lauf der Sit­zung wurde eine Idee erör­tert, die Spiele statt­finden zu lassen, aber den Fans der Aus­wärts­mann­schaft dies zu ver­heim­li­chen. Dem­nach hat sich die Deut­sche Fuß­ball-Liga (DFL) dazu ent­schlossen, sämt­liche Paa­rungen des Spiel­plans zu schwärzen oder auch Teile davon zu schred­dern. Die Kon­fe­renz und der Fuß­ball­ver­band sind überein gekommen, in diesem Punkt den Ver­fas­sungs­schutz um Rat bei der Umset­zung zu fragen. Poten­zi­elle Störer dieser Idee, in diesem Fall Berufs­gruppen, die sich mit Spiel­an­kün­di­gungen ver­dingen, müssen sich in der Woche vor einem Spiel täg­lich auf der jewei­ligen Dienst­stelle melden.

Neu­traler Ort wie zum Bei­spiel Atlantis oder Meppen

Die Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz setzt hierbei auf die Mit­hilfe der Ver­eine und Medien, Aus­wärts­ter­mine zu ver­schweigen. Nur so kann eine Redu­zie­rung der Gewalt bei Fuß­ball­spielen sicher­ge­stellt werden. Mög­lich wäre in diesem Zusam­men­hang auch eine spon­tane Ver­le­gung der Spiele Stunden vor dem Anpfiff an einen neu­tralen oder nicht erreich­baren Ort wie bei­spiels­weise Atlantis, Hog­warts oder Meppen.

Eine Ana­lyse aus den Län­dern zeigte, dass bei einem kom­pletten Spiel­aus­fall oder einer Spiel­ab­sage die Straf­taten pro­por­tional sinken. Ein Schluss­be­richt dazu steht noch aus – aller­dings ist frag­lich, ob bei der Redu­zie­rung einer Per­so­nen­gruppe gleichsam die Zahl der (zeit­weise) Ver­wirrten sinke. Die Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz wird auf dem nächsten Treffen einen Selbst­ver­such wagen und die Teil­nehmer aus Hessen und Nord­rhein-West­falen ausladen.

Ralf Blitz­licht­jäger regte über­dies an, die Kom­pe­tenzen der zustän­digen Poli­zei­be­hörde vor Ort zu erwei­tern. So sollen den Beamten wei­tere Befug­nisse beim Ein­lass ins Sta­dion ein­ge­räumt werden. Per­so­nen­gruppen dürfen eine Höchst­zahl von eins bis andert­halb Men­schen nicht über­schreiten, Aus­nahmen werden nur bei einem Nach­weis einer ehe­li­chen oder post-ehe­li­chen Ver­bin­dung gewährt, hierfür sind aller­dings stan­des­amt­liche Urkunden oder Braut­sträuße mit­zu­führen. Die Ord­nungs­hüter können einer Person den Zutritt ver­wehren, sollte diese a) die fal­schen Schuhe für die jewei­lige Ver­an­stal­tung oder b) das fal­sche Gesicht für diesen Anlass tragen.