Eine Kirche, ein Friedhof, zwei Geschäfte, ein kleines Sta­dion und sonst drum­herum nur Felder. Nie­ciecza sieht auf den ersten Blick wie so viele andere Dörfer in Süd­polen aus. Wenn es nur nicht überall diese selt­samen Ele­fanten geben würde. 

Im Ver­eins­wappen prangt das Logo eines Baustoffherstellers

Hier auf einem Plakat, da auf einem Podest vor einem schmu­cken Büro­ge­bäude, vor dem kleinen Sta­dion und auf dem Wappen des hie­sigen Ver­eins. Die Dinger sind so all­ge­gen­wärtig, dass man glauben könnte, gleich hinter dem 700-Seelen-Kaff befände sich ein Safari-Park. Doch das ist nicht der Fall. Der Ele­fant ist das Logo eines hie­sigen Bau­stoff­her­stel­lers, ohne dem hier im Dorf nichts läuft. Bei dem Unter­nehmen arbeiten die meisten der Bewohner, die Pflas­ter­steine vor dem Kirch­platz hat eben­falls der Bau­stoff­her­steller gespendet. Ebenso wie das schicke Kino, wel­ches eines der modernsten in Polen sein soll und in der Nähe der Fir­men­zen­trale steht.

Das größte Geschenk von Krzy­sztof Wit­kowski, dem Chef und Gründer des Unter­neh­mens, an sein Hei­mat­dorf ist jedoch der hie­sige Fuß­ball­verein. Dieser wurde zwar 1922 gegründet, ist in seiner heu­tigen Form aber nichts anderes als ein Fran­chise des Bau­stoff­her­stel­lers. Ter­ma­lica Bruk-Bet, der als LZS Nie­ciecza den Spiel­be­trieb auf­ge­nommen hat, ist nicht nur nach der Firma von Wit­kowski benannt. Auch die orange-blauen Ver­eins­farben sowie der Ele­fant im Wappen ent­spre­chen dem Logo des Unternehmens. 

Der kleinste Klub der Erstligageschichte

Spä­tes­tens seit dem 30. Mai 2015 ist dieser Dorf­verein nun lan­des­weit bekannt. Nach einem Durch­marsch aus der 8. Liga, der 2004 begann, hat Nie­ciecza nun den Auf­stieg in die Eks­t­ra­klasa“ geschafft. Ein 1:1 gegen Pogon Siedlce, reichte dem Verein, um sich den Sprung in die höchste pol­ni­sche Spiel­klasse zu sichern. Für die rund 50 Ultras von Ter­ma­lica Bruk-Bet, die mit Unter­stüt­zung des Dorf­pfar­rers sich vor jedem Heim­spiel auf dem Kirch­platz ver­sam­meln, ein Grund zum Feiern. Der Rest des pol­ni­schen Fuß­balls rümpft die Nase. Noch nie hat ein Klub aus so einem kleinen Dorf in der 1. Liga gespielt.