Vor etwa zwei Jahren fehlte eine ver­dammte Sekunde. Viel­leicht hätte sogar eine halbe Sekunde gereicht, um einem Mann, einen Fuß­ballfan der Oldham Ath­letic, ein neues Leben zu ermög­li­chen. Ein Leben mit 506.562 Pfund.
 
Der Mann hatte im Januar 2013 drei Pfund auf die exakten Ergeb­nisse von vier FA-Cup-Par­tien gewettet. Es waren alle­samt Wetten, die man unter Quatsch­wetten“ ein­ordnen kann. Wetten, über die man mit Freunden scherzt: Wenn das wirk­lich ein­tritt, kann ich mir morgen eine Insel in der Karibik kaufen.
 
Doch dann endeten die ersten drei Spiele exakt so, wie der Mann es vor­her­ge­sagt hatte: Brent­ford spielte 2:2 gegen Chelsea, Oldham gewann 3:2 gegen Liver­pool, Celtic Glasgow verlor 2:3 gegen St. Mirren. Einen Tag später folgte das ent­schei­dende Spiel: Leeds United gegen Tot­tenham Hotspur.

Als der Ball aufs leere Tor kul­lerte
 
3:1 für Leeds stand auf dem Tipp­zettel des Mannes. Auch das Ergebnis schien ziem­lich unwahr­schein­lich, denn Leeds düm­pelte in der Zweiten Liga umher, wäh­rend Tot­tenham mit Gareth Bale in der Pre­mier League auf Patz 4 stand.
 
Doch die Nord­eng­länder spielten bra­vourös. Nach 15 Minuten stand es 1:0, und nach dem zwi­schen­zeit­li­chen Aus­gleich schlug Ross McCor­mack fünf Minuten nach der Pause mit dem 2:1 zurück.
 
Danach rührte Leeds erst einmal ordent­lich Zement an, und Tot­tenham ver­suchte es mit der Brech­stange. Bis zur 94. Minute. Da rollte der Ball plötz­lich Rodolph Austin vor die Füße. Der Leeds-Spieler stand im Mit­tel­kreis und sah, dass Tot­ten­hams Tor­hüter Brad Friedel aus seinem Tor her­aus­ge­eilt war. Also schoss Austin vom Mit­tel­kreis aufs leere Tor, und wäh­rend der Ball so über das Feld kul­lerte, muss dem Mann aus Oldham kurz schwarz vor Augen geworden sein. Das sollte das 3:1 sein.

17.000 statt 50.000: Ist doch aus was“
 
Dann aber: ein Pfiff. Der Schieds­richter been­dete das Spiel ab, noch bevor der Ball die Tor­linie über­querte. Für die Mann­schaften und den Unpar­tei­ischen war es neben­säch­lich, ob das Spiel 2:1 oder 3:1 endete. Für den Mann aus Oldham bedeu­tete es einen Unter­schied von 489.562 Pfund. Denn weil Leeds nur 2:1 gewann, erhielt der Wetter nur 17.000 Euro. Sein Buch­ma­cher wurde dar­aufhin in der eng­li­schen Presse mit den Worten zitiert: Ist doch aus was.“ Nun ja.
 
Am ver­gan­genen Wochen­ende fehlte einem Mann ein ver­dammtes Tor – oder zumin­dest ein Blick in seinen Twitter-Account.
 
Dieser Mann – bis­lang ist nur bekannt, dass er Eng­länder ist – setzte zehn Pfund auf fünf FA-Cup-Spiele. Dann erzählte er viel­leicht seinen Freunden von dem mög­li­chen Gewinn, der eine Mil­lion und 64 Pfund betragen würde. Seine Freunde lachten, als er ihnen her­nach erklären musste, um welche Spiele es ging. Er wet­tete näm­lich auf Siege von Midd­les­brough (2. Liga) bei Man­chester City (Pre­mier League), vom FC Rea­ding (2. Liga, 18. Platz) bei Car­diff City (2. Liga, 13. Platz), von Lei­cester City (Pre­mier League, 20. Platz) bei Tot­tenham Hot­spur (Pre­mier League, 6. Platz) und Crystal Palace (Pre­mier League, 13. Platz) beim FC Sout­hampton (Pre­mier League, 3. Platz). Zudem setzte er darauf, dass in allen Spielen – außer in Man­chester – Tore fallen. Am Samstag um 16:45 Uhr sah er: alles richtig. Was schon mal ziem­lich sen­sa­tio­nell war.