Dar­lington Omo­diagbe, mit Unter­ha­ching, Jena, Osna­brück, Ahlen und Burg­hausen stiegen Sie ab. Wie sehr belastet Sie Ihr eigener Lebens­lauf in der Vor­be­rei­tung auf eine neue Saison?
Das stimmt schon, aber gleich in zwei Fällen (2007÷08 VfL Osna­brück, 2008/09 RW Ahlen Anmer­kung d. Red.) ist meine Mann­schaft abge­stiegen, weil anschei­nend Team­kol­legen unsere Spiele mani­pu­liert haben. Und des­halb soll ich das omi­nöse Abstiegs­ge­spenst sein? Nein, diesen Status weise ich von mir!

Haben Sie bereits wäh­rend der ver­scho­benen Spiele Ver­dacht geschöpft?
Nein, über­haupt nicht. Schluss­end­lich war ich sehr ent­täuscht, denn vor der Ver­öf­fent­li­chung hätte ich noch meine Hand für diese Jungs ins Feuer gelegt. 

Am kom­menden Wochen­ende beginnt die neue Saison der 3. Liga. In der ver­gan­genen Saison erzielten Sie end­lich den Klas­sen­er­halt und wurden Siebter. Wie stehen die Vor­zei­chen bei Wacker Burg­hausen?
Ich per­sön­lich glaube, dass am Sai­son­ende erneut ein Platz im Mit­tel­feld her­aus­springen könnte. Vor Sai­son­be­ginn zu sagen, dass die eigene Mann­schaft gegen den Abstieg spielt, ist in meinen Augen nicht pro­fes­sio­nell. Sicher­lich haben wir in diesem Jahr einen ganz beson­ders jungen Kader, per­so­nell hat sich in Burg­hausen einiges verändert. 

Zum Auf­takt wird Ihre Mann­schaft gegen Preußen Münster, MSV Duis­burg und RB Leipzig gefor­dert sein. Kein dank­bares Auf­takt­pro­gramm.
Wir müssen gegen jede Mann­schaft zweimal in der Saison antreten, des­halb darf ein Auf­takt­pro­gramm nicht über­be­wertet werden. Zum anderen haben wir gegen Münster und Duis­burg eine direkte Chance, um mit einem guten Sai­son­start auf uns auf­merksam zu machen. RB Leipzig ist ein Auf­steiger, also warum sollten wir uns beschweren? Ich denke, dass sich Leipzig erst einmal gegen uns beweisen muss, ehe wir von einem undank­baren Auf­takt sprechen. 

Den­noch wird RB Leipzig als Mit­fa­vorit gehan­delt.
Seit vier oder fünf Jahren hat Leipzig von Auf­stiegen gespro­chen, aber bisher ist noch nicht viel pas­siert. Ich möchte kei­nes­falls respektlos klingen, aber der Weg in die zweite Liga wird auch für diesen Verein kein Selbstläufer. 

Was muss denn eine Mann­schaft mit­bringen, um in der 3. Liga den Ton anzu­geben?
Wie in jeder anderen Liga benö­tigt das Team eine gewisse Qua­lität. Aber ich glaube, dass erneut eine Mann­schaft auf­steigen wird, die eine geschlos­sene Fan­basis hinter sich weiß. Die Zuschauer und der Lärm in den grö­ßeren Sta­dien sind zwei wesent­liche Plus­punkte für einen Auf­stiegs­an­wärter in dieser Liga. Junge Fuß­baller, die regel­mäßig vor 8000 Zuschauern spielen, ver­spüren einen ganz anderen Druck.

Die eigene Zuschau­er­basis ent­scheidet also über Sieg oder Nie­der­lage?
Absolut, denn in der 3. Liga sind die Unter­schiede zwi­schen den Fan­zahlen deut­lich größer als im Fuß­ball-Ober­haus und es werden zudem weniger erfah­rene Schieds­richter ein­ge­setzt. Jeder Referee hat sich in der ver­gan­genen Saison ver­mut­lich etwas genauer über­legt, ob er auf der Bie­le­felder Alm einen Elf­meter gegen die Heim­mann­schaft pfeift. Das haben wir selbst zu spüren bekommen. Und die Arminia spielt jetzt in der zweiten Liga.

Wie wurden Sie eigent­lich vor drei Jahren in Burg­hausen auf­ge­nommen?
Natür­lich habe ich mir in den ersten Trai­nings­ein­heiten einige Sprüche anhören dürfen, aber wer will das meinen Kol­legen ver­denken (lacht)? Aber Angst hat hier keiner. Auch wenn das ver­meint­liche Abstiegs­ge­spenst mit in der Kabine sitzt.