Neu­lich, beim Pokal­halb­fi­nale zwi­schen Glad­bach und Bayern, stand Calle Del’Haye vor dem Anpfiff auf dem Rasen. Er plau­derte mit dem Sta­di­on­spre­cher über seine Zeit als Fuß­baller, in der er sowohl für die Glad­ba­cher als auch die Bayern gespielt hat, und am Ende wurde ihm dann die unver­meid­liche Frage gestellt: Was er denn tippe für das nun anste­hende Spiel.

Das sind die Momente, in denen ich am liebsten auf­schreien würde. Die Fas­zi­na­tion, die Tipps anderer Leute zu hören, habe ich noch nie ver­standen, vor allem nicht, wenn sie so vor­her­sehbar sind: Und wie geht’s aus?“, fragt der Sta­di­on­spre­cher den Fan der eigenen Mann­schaft, der sich gerade in einem grenz­de­bilen Halb­zeit­spiel ver­aus­gabt hat.

Ein knappes 17:3 für Borussia“

Drei null für uns!“ Großer Jubel auf den Rängen. Da lobe ich mir doch Calle Del’Haye, der für das Pokal­halb­fi­nale ein knappes 17:3 für Borussia“ pro­phe­zeit hat.

Ich gebe zu, dass ich immer mehr ein gespanntes Ver­hältnis zum Tippen ent­wickle, was vor allem mit meiner Unfä­hig­keit zusam­men­hängt, die Zukunft im Fuß­ball halb­wegs rea­li­tätsnah vor­her­zu­sagen. Jedes Jahr aufs Neue halte ich tapfer bis zum Sai­son­ende beim Redak­tions-Tipp­spiel durch, obwohl meine Chancen auf ein ehren­volles Abschneiden von Spieltag zu Spieltag schwinden. 

Hertha wäre längst gerettet

Zur­zeit belege ich Platz 31 (bei 41 Tip­pern), und hinter mir liegen quasi nur noch Kol­legen, die längst auf­ge­geben haben – und der Chef­re­dak­teur des Tages­spie­gels (aber der ist Köln-Fan). Wenn sich alle meine Tipps bewahr­heitet hätten, wäre Hertha als Tabel­len­zehnter mit 45 Punkten längst gerettet.

Immerhin: Es gibt noch Hoff­nung für Berlin und seinen Bun­des­li­gisten. Bei Her­thas Spiel gegen Hof­fen­heim werde ich 3:1 tippen. Für Hoffenheim.