1. Platz: Mario Götze
Borussia Dort­mund / 48 Punkte

Selbst­ver­ständ­lich hätte ich als Trainer der U 20-Natio­nal­mann­schaft gerne mit Mario Götze zusam­men­ge­ar­beitet, denn über­ra­gende Spieler erhöhen nicht nur die Chance auf Siege und Titel, es macht ein­fach Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Aber es ist nicht ver­wun­der­lich, dass er direkt ins Team von Joa­chim Löw auf­ge­rückt ist. Schließ­lich haben wir es bei diesem 18-Jäh­rigen mit einem unge­wöhn­li­chen Talent zu tun, der wie ein Hoch­be­gabter in der Schule gleich ein paar Klassen überspringt.

Damit sym­bo­li­siert Götze einer­seits die Qua­li­täts­stei­ge­rung in der Jugend­aus­bil­dung, die wir in den letzten Jahren erlebt haben. Zugleich reicht der Dort­munder aber auch weit dar­über hinaus. Denn selbst wenn er das Fuß­ball­spielen nicht auf der Straße erlernt hat, ist er doch ein klas­si­scher Straßenfußballer.

Bei Mario Götze meint man, dass ihm der Ball schon in die Wiege gelegt worden sein muss. Nie spürt man eine Anstren­gung, wenn er ihn stoppen muss, passen oder mit ihm drib­belt. Er strei­chelt den Ball, und der ist auch dann noch ganz selbst­ver­ständ­lich sein Freund, wenn drum herum acht­zig­tau­send Zuschauern toben.

Dabei hilft Götze auch seine eher geringe Kör­per­größe von 1,76 Metern. Er hat einen tiefen Kör­per­schwer­punkt, das macht seine Bewe­gungen kurz und prä­gnant. Er muss nicht aus­holen und kann sich auf engstem Raum drehen. Großen Spie­lern wird das nicht gelingen, selbst wenn sie über die gleiche Technik ver­fügen sollten. Zu diesem Grö­ßen­vor­teil und dem selbst­ver­ständ­li­chen Umgang mit dem Ball bringt Mario Götze aber noch eine wei­tere erstaun­liche Qua­lität mit: die Kalt­schnäu­zig­keit, unter Druck die abso­lute Ruhe zu bewahren. Er wartet mit­unter so lange, bis er einen Pass spielt, dass man denkt, es sei nun doch zu viel des Guten. Dann schlägt er noch einen Haken – und hat doch wieder den rich­tigen Moment erwischt. 

Götze ist nicht in Stra­te­gien oder Lauf­weg­schu­lungen ver­haftet, er ver­steht die Dinge instinktiv. Natür­lich absol­viert er auch seine Lauf­wege, doch er tut das, weil er spürt, wohin sie führen müssen. Zu seinem Instinkt gehört über­dies ein hoch­ent­wi­ckeltes stra­te­gi­sches Denken. Er weiß, wohin die Bälle gespielt werden müssen und ver­fügt dabei über ein so gutes Timing, dass seine Mit­spieler mit seinen Zuspielen keine Zeit und Energie ver­geuden. Vor allem aber genießt Mario Götze die Situa­tion auf dem Platz, und das ist für uns Zuschauer anste­ckend. Daher wün­sche ich ihm und uns, dass es lange so bleiben wird. 

2. Platz: Mehmet Ekici
1. FC Nürn­berg / 25 Punkte
Dank schmerz­hafter Tritte in den Hin­tern durch Bay­erns Ex-Ama­teur­trainer Mehmet Scholl beim 1. FC Nürn­berg nicht nur zum rich­tigen
Bun­des­li­ga­spieler geworden, son­dern auch noch zu einem richtig guten. 

3. Platz: Oliver Bau­mann
SC Frei­burg / 16 Punkte
Im Land der Dichter, Denker und Tor­hüter gleich in der ersten Pro­fi­saison zu einem der besten Bun­des­li­ga­keeper zu werden: wow!

Im Dop­pel­pass mit:

Liga total! VW Castrol