Statt der am Wochen­ende an anderen Orten infla­tio­nären Bier­du­sche gab es Süßig­keiten. Ich werde alle meine Scho­ko­la­den­vor­räte plün­dern und hoffen, dass ich irgend­wann ein­schlafen kann“, sagte Mike Büs­kens, Trainer von Greu­ther Fürth. Er war mit seinem Klub gerade Vierter in der Zweiten Liga geworden, wieder einmal hatte Fürth den Auf­stieg in die Bun­des­liga verpasst. 

Wir haben 61 Punkte, damit wäre man in den letzten 15 Jahren 13 Mal auf­ge­stiegen“, sagte Büs­kens nicht ganz wahr­heits­ge­treu. Sein Klub ist nun in zehn Jahren sieben Mal Fünfter geworden, doch das Schei­tern war schon mal dra­ma­ti­scher. Wegen des Erfolges der Bochumer hätte den Für­thern beim 1:1 gegen Düs­sel­dorf auch ein Sieg nichts genutzt.

Fürth ist von allen aktu­ellen Klubs am längsten in der Zweiten Liga, seit 1997. Und offenbar unaufsteigbar.

Nicht die Bewahrer des Guten

Der Makel ist ober­fläch­lich, aber damit müssen wir leben. Wir bleiben stark“, sagt Klub-Prä­si­dent Helmut Hack und wirkt dabei alles andere als trotzig. Er spricht lieber von der Phi­lo­so­phie des mit­tel­frän­ki­schen Ver­eins und benutzt dabei viele posi­tive Begriffe wie Fleiß, Red­lich­keit und Respekt, die Zufrie­den­heit mit dem eigenen Tun und der Mensch stehe im Vordergrund. 

Die Für­ther insze­nieren sich aber nicht als Bewahrer des Guten im Pro­fi­ge­schäft, auch ein weithin beach­tetes posi­tives Image als sym­pa­thi­scher Underdog haben sie nicht. Ihr Erfolg besteht darin, dass sie als Syn­onyme für die Fuß­ball­pro­vinz Zweite Liga Pader­born und Ingol­stadt benutzt werden.

Hack: Eines Tages werden wir belohnt“

Mehr als 14.000 Zuschauer fei­erten ihr Team am Sonntag nach dem Abpfiff. Das Sta­dion war fast aus­ver­kauft, das ist unge­wöhn­lich. Im Schnitt wollen gerade 7700 Zuschauer die Heim­spiele von Greu­ther Fürth sehen, nur zu zwei Klubs kamen in dieser Saison in der Zweiten Liga weniger Fans. In Fach­kreisen genießen wir hohes Ansehen“, sagt Hack. Auch Bun­des­li­gisten fragen uns, wie wir das machen.“ Bei der Höhe des Sai­son­etats stehen die Für­ther Jahr für Jahr unge­fähr auf dem­selben Platz wie in der Zuschau­er­ta­belle. Wir haben sta­bile Ver­hält­nisse, unsere Struk­turen sind bis hin zum Ver­triebs­con­trol­ling erst­li­ga­reif“, sagt Hack. 

Trainer Büs­kens lässt offensiv spielen, die Mann­schaft ist jung und ent­wick­lungs­fähig. Nicolai Müller wech­selt zu Mainz 05, ansonsten bleibt der Kader weit­ge­hend zusammen. Und so ist der Auf­stieg in Fürth schon jetzt das erklärte Ziel für die neue Saison. Noch vor ein paar Jahren hätte das keiner so offensiv gesagt. Nun sagt Hel­muth Hack: Eines Tages werden wir belohnt.“