Anfang Sep­tember 2004
Adrian Mutu lie­fert sich um vier Uhr mor­gens eine wilde Ver­fol­gungs­jagd mit der Polizei durch die Innen­stadt der rumä­ni­schen Haupt­stadt Buka­rest. Grund: Die Ord­nungs­wächter hatten Adrian Mutu auf­ge­for­dert ihnen seinen Füh­rer­schein zu zeigen.



6. Oktober 2004
Mutu hat Ärger mit José Mour­inho. Angeb­lich hat der por­tu­gie­si­sche Trai­ner­guru den Rumänen aus purer Bos­haf­tig­keit krank geschrieben – um ihn von einem WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel gegen Tsche­chien abzu­halten. Mutu scho­ckiert: Er hat mir ein Stück Papier von der medi­zi­ni­schen Abtei­lung vor­ge­halten, auf dem steht, dass ich ver­letzt bin.“ Mutu fliegt natür­lich trotzdem zum Län­der­spiel.

19. Oktober 2004

Nachdem Mutu eine Trai­nings­ein­heit bei seinem Klub FC Chelsea ver­passt hat, lässt der wütende José Mour­inho ihn zum Doping-Test antreten. Leis­tungs­stei­gernde Sub­stanzen werden Mutu zwar nicht nach­ge­wiesen, wohl aber Kokain. Zunächst for­dert er ver­schwö­re­risch, dass seine B‑Probe unbe­dingt außer­halb des Ver­ei­nigten König­reichs geöffnet werden soll. Wenig später rudert er zurück, gibt sich als geläu­terter Koka­in­schnupfer und will über­haupt nicht mehr, dass die B‑Probe geöffnet wird.

22. Oktober 2004

Mitt­ler­weile bestreitet Adrian Mutu den Konsum von Kokain wieder. Angeb­lich habe es sich um Potenz­mittel gehan­delt. Weil es sich anbietet findet die Sun“ auch eine trans­sil­va­ni­sche Por­no­dar­stel­lerin, die behauptet Mutu habe beim Sex sogar ihr Blut getrunken. Der Beschul­digte macht sich ganz andere Sorgen: Höchst­wahr­schein­lich muss ich bald wieder in Ita­lien spielen.“

28. Oktober 2004

Mutu muss bald wirt­klich wieder in Ita­lien spielen, weil der FC Chelsea ihn, frei nach dem Motto Keine Macht den Drogen“, vor die Tür setzt. Als Abschieds­ge­schenk gibt es zusätz­lich zur Ver­trags­auf­lö­sung noch eine sie­ben­mo­na­tige Sperre, sowie eine Klage auf Scha­den­er­satz, weil der Rumäne gegen seinen Ver­trag ver­stoßen hat. Der damals 25-Jäh­rige zeigt sich über­rascht: Ich hätte nicht gedacht, dass sie mich feuern.“

23. August 2006

Mit über 200 Stun­den­ki­lo­me­tern wird der Rumäne, der mitt­ler­weile beim AC Flo­renz spielt, von der ita­lie­ni­schen Polizei bei Bologna erwischt. Zuläs­sige Höchst­ge­schwin­dig­keit wäre 130 gewesen. Die Ita­liener meinen es gut mit Mutu, der nur 357 Euro Strafe zahlen muss.

7. Mai 2008

Die Eng­länder meinen es weniger gut mit Mutu. Nach einem jah­re­langen Rechts­streit wird Mutu von der Fifa zu einer Scha­den­er­satz­zah­lung von über 17 Mil­lionen Euro an den FC Chelsea ver­don­nert. Mutu legt Beru­fung ein.

31. Juli 2009

Mutus Beru­fungs­klage gegen die Scha­den­er­satz­zah­lung vor dem Inter­na­tio­nalen Sport­ge­richtshof wird zum Desaster. Die Richter ver­kna­cken den Rumänen auf die Zah­lung der vollen Summe plus fünf Pro­zent Zinsen. Außerdem muss er für die bisher ent­stan­denen Pro­zess­kosten auf­kommen. Mutu legt Beru­fung ein.

28. Januar 2010

Der Flo­ren­tiner Ver­eins­arzt Paolo Manetti und Team­be­treuer Roberto Ripa nehmen Adrian Mutu im Trai­ning freund­lich zur Seite, um ihm mit­zu­teilen, dass in seinem Blut schon wieder ille­gale Sub­stanzen gefunden wurden. Diesmal han­delt es sich aber nicht um Kokain, son­dern um leis­tungs­stei­gernde Appe­tit­zügler. Erklä­rungen hat der Rumäne natür­lich wieder einige parat: Seine Mutter etwa behauptet in einem hastig anbe­raumten Fern­seh­in­ter­view, dass sie nach einem Besuch in Flo­renz ihre Abma­ge­rungs­pillen beim Sohn ver­gessen habe. Sein Kol­lege in der Natio­nalelf, Chris­tian Chivu, berichtet von Abma­ge­rungs­kursen an denen Mutu angeb­lich teil­ge­nommen hat. Mutu selber erin­nert sich, über Weih­nachten in Rumä­nien ledig­lich Abführ­mittel, aber natür­lich keine ver­bo­tenen Sub­stanzen, genommen zu haben. Es nützt alles nicht. Ab dem 19. April ist Mutu für neun Monate vom Fuß­ball­be­trieb aus­ge­schlossen.

14. Juni 2010

Auch die nächste Beru­fung in Sachen Scha­den­er­satz vor dem Schweizer Bun­des­ge­richt schei­tert. Nun packt Mutu die ganz große Keule aus und klagt dem­nächst vor dem Euro­päi­schen Gerichtshof für Men­schen­rechte.

25. Oktober 2010

Mutu wird wegen schwerer Kör­per­ver­let­zung fest­ge­nommen, weil er einen koso­va­ri­schen Kellner in einem Nacht­klub ver­prü­gelt. Auf der Flucht kracht er mit seinem Por­sche Cayenne in eine Stra­ßen­la­terne. Sein Trainer Sinisa Miha­jl­ovic nimmt es gelassen: Sie müssen das ver­stehen: Er hat seit zehn Monaten nicht mehr gespielt.“

8. Januar 2011

Weil der AC Flo­renz Adrian Mutu nicht an den Liga­kon­kur­renten Ces­sena ver­kaufen will, tritt Mutu, der sich des­halb unge­recht behan­delt“ fühlt, kur­zer­hand in den Streik. Der AC Flo­renz findet diesen Anflug pro­le­ta­ri­scher Macht­ent­fal­tung gar nicht lustig, sus­pen­diert Mutu und will ihn außerdem auf Scha­den­er­satz wegen Ver­trags­bruch ver­klagen.

3. Februar 2011
Mutu ent­schul­digt sich vor­geb­lich beim AC Flo­renz, bittet reuig um eine letzte Chance“ und schießt, als Zei­chen den guten Wil­lens, seinen Berater Victor Becali in den Wind. Und weil in Ita­lien kein end­gül­tiger Raus­wurf, wirk­lich end­gültig ist, wird der reuige Rumäne am Wochen­ende wieder für die Fio­ren­tina auf­laufen.

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