Genug­tuung allent­halben, als die FIFA den FC Chelsea im Sep­tember 2009 mit einem Trans­fer­bann belegte. Er sollte die Strafe dafür sein, dass der Lon­doner Groß­klub zwei Jahre zuvor den erst fünf­zehn­jäh­rigen Gael Kakuta vom RC Lens mut­maß­lich zum Ver­trags­bruch gezwungen hatten. Schluss also mit der gewis­sen­losen Völ­lerei an der Stam­ford Bridge? 

 

Zu früh gefreut. Denn nun hob der Inter­na­tio­nale Sport­ge­richtshof CAS den Bann auf und stellte das Ver­fahren gegen den FC Chelsea ein. In der Begrün­dung heißt es, beide Klubs hätten sich darauf ver­stän­digt, dass der Ver­trag zwi­schen Kakuta und Lens nicht mehr gültig gewesen sei. 

Eine inter­es­sante For­mu­lie­rung. Der RC Lens soll sich also wider­standslos damit ein­ver­standen erklärt haben, dass er den Kür­zeren zieht. Hätte man es ihm stich­haltig nach­ge­wiesen, wären ihm die Argu­mente aus­ge­gangen, hätte er mit dem Rücken an der Wand gestanden – er hätte zer­knirscht ein­räumen können, dass jener Ver­trag nicht mehr gültig gewesen sei. Doch ein­fach so ein­kni­cken? Immerhin war das Doku­ment ja Grund­lage der Klage im ver­gan­genen Jahr gewesen. 

»Guckt doch noch mal genau hin«, haben die von Roman Abra­mo­witsch gesandten advo­cati dia­boli in einem Lau­sanner Hin­ter­zimmer viel­leicht gesagt. »Es lohnt sich!« Ein Angebot, das die nord­fran­zö­si­schen Rechts­bei­stände nicht ablehnen konnten? Haben Sie dabei in den Schlund der Exis­tenz­angst geschielt? Oder, im Gegen­teil, in eine gol­dene Zukunft der regel­mä­ßigen Über­wei­sungen von einem Lon­doner Konto? 

Beide Methoden stehen im Hand­buch des Paten. Und sind hier allemal vor­stell­barer, als dass der RC Lens von selbst dahin geschmolzen ist.