Maurizio Gaudino im Interview
»Mein Look gefiel nicht jedem«
Interview: Alex Raack Bild: Imago

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Gomez, Weis, Tasci oder auch Andreas Beck sind zwar noch keine fertigen Spieler, haben den Sprung in den Profi-Bereich aber längst geschafft. Sie waren Absolvent der bekannten Waldhof-Schule. Wie sehr profitieren Sie von dieser Zeit, wenn Sie sich Gedanken um die Zukunft Ihrer jungen Talente machen müssen?
Die Zeit als Jugendspieler prägt einen natürlich enorm. Hier legt man den Grundstein für die spätere Karriere und lernt sich auch gegen die Älteren durchzusetzen. Das ist ja auch unser Ansatz, nämlich das Talent des Spielers früh zu erkennen und Ihm auf dem Weg zum Profi gezielt zu fördern. In dieser wichtigen Phase ist es für einen Spieler von großer Bedeutung, dass er sich nur auf das Sportliche konzentriert.
Wie wurden Sie Ende der 80er-Jahre als junger talentierter Spieler mit exotischem Look in der Bundesliga aufgenommen?
(lacht) Ich habe für meinen Look damals viel Anerkennung geerntet, aber nicht jedem hat es gefallen.
Sie haben damals mit Bernd Klotz, Roland Dickgießer und anderen zusammengespielt. Gibt es eigentlich noch die klassischen Leitwölfe im Team, die sich um die jungen Spieler kümmern?
Es gibt in jeder Mannschaft Spieler, die als Leitwölfe den Ton angeben und auf dem Platz das Sagen haben. Das sind heute wie damals die Älteren und Erfahrenen im Team. Gerade für die jungen Spieler wichtig, dass sie von den Erfahrenen geführt werden und sich das eine oder andere abschauen.
Profis der Gegenwart gelten als Musterprofis. Kann sich ein Spieler heute einen Gang zu ins Fast-Food-Restaurant oder ein paar Biere nach dem Schlusspfiff einfach nicht mehr erlauben?
Die Spieler von heute stehen natürlich ständig im Fokus der Öffentlichkeit. Sie haben Vorbildfunktion für unsere Jugend. Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Als Profisportler gehört es einfach dazu, auch mal abzuschalten und einen vernünftigen Ausgleich zum täglichen Sport zu suchen. Das darf man nicht ganz so verbissen sehen, solange die Leistung auf dem Platz stimmt.
Eine fachfremde Frage zum Schluss. Während der Recherche für dieses Interview ist mir erstmals das Video vom Spiel der Traditionsmannschaften Deutschland – England aufgefallen. Was haben Sie Boris Johnson, dem Bürgermeister von London, angetan, dass er Sie über den Haufen rannte?
(lacht) Ich glaube, der Bürgermeister hatte Rugby mit Fußball verwechselt.
Dürfen Sie jetzt in London wenigstens umsonst U-Bahn fahren?
Klar! Auf Lebenszeit!
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